... und die schwarze Rose Neu
Nico Steckelberg
26. Juli 2026
Hörspiel
Serienname
Folge Nr.
240
Autor
Sprecher
Hörspiellabel/Verlag
Erscheinungsjahr
Format
- CD
- Streaming
Anzahl Medien
1
Internetlink
Rückentext
Wer schickt dem ersten Detektiv eine schwarze Rose? Justus ist beunruhigt und macht sich mit seinen Freunden auf die Suche nach dem Absender. Schnell finden die drei ??? heraus, aus welcher Gärtnerei die Blume stammt, und machen sich auf den Weg zu der ehemaligen Klosteranlage. Hinter den efeuberankten Mauern stoßen sie auf so manches Geheimnis und der Wettkampf um die schwarze Rose beginnt! Denn bislang ist es offiziell noch niemandem geglückt, eine schwarze Rose zu züchten. Zu allem Überfluss sollen in den alten Gemäuern auch noch Seelen der verstorbenen Mönche ihr Unwesen treiben …
Hörspiegel-Meinung
Nico Steckelberg
Story/Inhalt
7,0
Atmosphäre
9,0
Sprecher
9,0
Soundtrack
10,0
Aufmachung
9,0
Gesamtwertung
8,8
Ben Nevis schickt Justus, Peter und Bob dieses Mal an einen Ort, der wie geschaffen für ein klassisches Die drei ???-Hörspiel wirkt: Eine ehemalige Klosteranlage, verwinkelte Gemäuer, geheimnisvolle Gärten und mittendrin eine Blume, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Allein diese Zutaten wecken Erinnerungen an jene Folgen, in denen Atmosphäre mindestens genauso wichtig war wie die eigentliche Kriminalgeschichte. Und genau hier liegt auch die größte Stärke von „Die drei ??? und die schwarze Rose“.
Schon der Einstieg mit der anonym zugestellten Rose entwickelt einen angenehmen Sog. Die Frage, wer Justus diese rätselhafte Botschaft schickt und warum ausgerechnet eine schwarze Rose gewählt wurde, funktioniert als Aufhänger ausgezeichnet. Die Ermittlungen führen die drei Detektive Stück für Stück in das abgeschiedene Anwesen, dessen Geschichte ebenso viele Fragen aufwirft wie seine Bewohner. Dabei bleibt die Handlung angenehm bodenständig und verzichtet auf übertriebene Action. Stattdessen wird beobachtet, kombiniert und recherchiert – ganz so, wie man es von den stärkeren klassischen Detektivfällen kennt.
Besonders gelungen ist die Atmosphäre. Das ehemalige Kloster entfaltet mit seinen efeubewachsenen Mauern, den Gewächshäusern und den nächtlichen Gartenanlagen eine dichte Stimmung, die vom Sounddesign hervorragend unterstützt wird. Die musikalische Untermalung gehört für mich sogar zu den größten Pluspunkten der Produktion. Mehrere Musikstücke erinnern mit ihren progressiven Rockelementen und ihrer markanten Instrumentierung an die legendären Klangwelten der frühen EUROPA-Jahre. Natürlich wird hier niemand Carsten Bohn kopieren – das wäre weder möglich noch sinnvoll –, doch der Geist jener Ära schimmert an mehreren Stellen erfreulich deutlich durch. Die Musik verleiht dem Fall eine erwachsene, geheimnisvolle Note und sorgt dafür, dass kleinere erzählerische Schwächen deutlich weniger ins Gewicht fallen.
Denn ganz ohne Kritik kommt die Folge nicht aus. Ben Nevis setzt erneut auf eine vergleichsweise große Zahl an Figuren. Dadurch bleibt zwar lange offen, welche Rolle die einzelnen Charaktere tatsächlich spielen, gleichzeitig verliert die Handlung zwischendurch etwas an Übersicht. Einige Wendungen lassen sich zudem bereits recht früh erahnen, sodass erfahrene ???-Hörer den einen oder anderen Entwicklungsschritt vermutlich vor den Detektiven vorhersehen werden. Hinzu kommen einzelne Zufälle, die den Ermittlungen etwas zu sehr in die Karten spielen. Man darf also durchaus auch mal den berühmten "Kommissar Zufall" kurz beim Vorbeigehen grüßen.
Dennoch verliert das Hörspiel nie seinen Reiz. Das liegt nicht zuletzt an der Spielfreude des Stammbesetzung. Oliver Rohrbeck führt gewohnt souverän durch die Ermittlungen, Jens Wawrczeck sorgt mit seiner lebendigen Interpretation Peters für Tempo, während Andreas Fröhlich Bob erneut als sympathischen Menschenkenner auftreten lässt. Dass Bob mit Charme und Fingerspitzengefühl Informationen aus Gesprächspartnerinnen herauslockt, gehört mittlerweile fast schon zur Serien-DNA und funktioniert auch hier ausgesprochen gut. Axel Milberg begleitet das Geschehen wie gewohnt ruhig und angenehm, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Besonders gut gefallen hat mir auch Neele Pettig in der weiblichen Hauptrolle.
Auch die Gastsprecher hinterlassen einen überzeugenden Eindruck. Konstantin Graudus verleiht Ken Keaton eine angenehme Präsenz. Christian Rudolf, den man sowohl aus Film- und Fernsehproduktionen als auch aus zahlreichen Hörspielen kennt, fügt sich ebenso stimmig in das Ensemble ein. Sämtliche Rollen wirken glaubwürdig besetzt und tragen dazu bei, dass die abgeschlossene Welt der Klosteranlage lebendig erscheint.
Insgesamt ist „Die schwarze Rose“ vielleicht kein Fall, der mit spektakulären Enthüllungen oder einer völlig neuartigen Konstruktion überrascht. Dafür überzeugt er mit einer dichten Atmosphäre, einer hervorragend abgestimmten musikalischen Kulisse und einem Schauplatz, der noch lange nach dem Abspann im Gedächtnis bleibt. Wer Wert auf eine spannende Stimmung legt und kleinen Logiklücken zugunsten eines gelungenen Hörerlebnisses verzeihen kann, erhält hier eine Folge, die sich angenehm von vielen eher alltäglichen Rocky-Beach-Abenteuern abhebt. Für mich gehört sie zu den stärkeren Vertretern der jüngeren Seriengeschichte und ist eine klare Empfehlung für alle, die atmosphärische Ermittlungen den großen Explosionen vorziehen.
Schon der Einstieg mit der anonym zugestellten Rose entwickelt einen angenehmen Sog. Die Frage, wer Justus diese rätselhafte Botschaft schickt und warum ausgerechnet eine schwarze Rose gewählt wurde, funktioniert als Aufhänger ausgezeichnet. Die Ermittlungen führen die drei Detektive Stück für Stück in das abgeschiedene Anwesen, dessen Geschichte ebenso viele Fragen aufwirft wie seine Bewohner. Dabei bleibt die Handlung angenehm bodenständig und verzichtet auf übertriebene Action. Stattdessen wird beobachtet, kombiniert und recherchiert – ganz so, wie man es von den stärkeren klassischen Detektivfällen kennt.
Besonders gelungen ist die Atmosphäre. Das ehemalige Kloster entfaltet mit seinen efeubewachsenen Mauern, den Gewächshäusern und den nächtlichen Gartenanlagen eine dichte Stimmung, die vom Sounddesign hervorragend unterstützt wird. Die musikalische Untermalung gehört für mich sogar zu den größten Pluspunkten der Produktion. Mehrere Musikstücke erinnern mit ihren progressiven Rockelementen und ihrer markanten Instrumentierung an die legendären Klangwelten der frühen EUROPA-Jahre. Natürlich wird hier niemand Carsten Bohn kopieren – das wäre weder möglich noch sinnvoll –, doch der Geist jener Ära schimmert an mehreren Stellen erfreulich deutlich durch. Die Musik verleiht dem Fall eine erwachsene, geheimnisvolle Note und sorgt dafür, dass kleinere erzählerische Schwächen deutlich weniger ins Gewicht fallen.
Denn ganz ohne Kritik kommt die Folge nicht aus. Ben Nevis setzt erneut auf eine vergleichsweise große Zahl an Figuren. Dadurch bleibt zwar lange offen, welche Rolle die einzelnen Charaktere tatsächlich spielen, gleichzeitig verliert die Handlung zwischendurch etwas an Übersicht. Einige Wendungen lassen sich zudem bereits recht früh erahnen, sodass erfahrene ???-Hörer den einen oder anderen Entwicklungsschritt vermutlich vor den Detektiven vorhersehen werden. Hinzu kommen einzelne Zufälle, die den Ermittlungen etwas zu sehr in die Karten spielen. Man darf also durchaus auch mal den berühmten "Kommissar Zufall" kurz beim Vorbeigehen grüßen.
Dennoch verliert das Hörspiel nie seinen Reiz. Das liegt nicht zuletzt an der Spielfreude des Stammbesetzung. Oliver Rohrbeck führt gewohnt souverän durch die Ermittlungen, Jens Wawrczeck sorgt mit seiner lebendigen Interpretation Peters für Tempo, während Andreas Fröhlich Bob erneut als sympathischen Menschenkenner auftreten lässt. Dass Bob mit Charme und Fingerspitzengefühl Informationen aus Gesprächspartnerinnen herauslockt, gehört mittlerweile fast schon zur Serien-DNA und funktioniert auch hier ausgesprochen gut. Axel Milberg begleitet das Geschehen wie gewohnt ruhig und angenehm, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Besonders gut gefallen hat mir auch Neele Pettig in der weiblichen Hauptrolle.
Auch die Gastsprecher hinterlassen einen überzeugenden Eindruck. Konstantin Graudus verleiht Ken Keaton eine angenehme Präsenz. Christian Rudolf, den man sowohl aus Film- und Fernsehproduktionen als auch aus zahlreichen Hörspielen kennt, fügt sich ebenso stimmig in das Ensemble ein. Sämtliche Rollen wirken glaubwürdig besetzt und tragen dazu bei, dass die abgeschlossene Welt der Klosteranlage lebendig erscheint.
Insgesamt ist „Die schwarze Rose“ vielleicht kein Fall, der mit spektakulären Enthüllungen oder einer völlig neuartigen Konstruktion überrascht. Dafür überzeugt er mit einer dichten Atmosphäre, einer hervorragend abgestimmten musikalischen Kulisse und einem Schauplatz, der noch lange nach dem Abspann im Gedächtnis bleibt. Wer Wert auf eine spannende Stimmung legt und kleinen Logiklücken zugunsten eines gelungenen Hörerlebnisses verzeihen kann, erhält hier eine Folge, die sich angenehm von vielen eher alltäglichen Rocky-Beach-Abenteuern abhebt. Für mich gehört sie zu den stärkeren Vertretern der jüngeren Seriengeschichte und ist eine klare Empfehlung für alle, die atmosphärische Ermittlungen den großen Explosionen vorziehen.


