Am Klondike Trail Neu

Michael Brinkschulte   21. September 2026  
Am Klondike Trail

Buch-Tipp

Anzahl Seiten
320
Erscheinungsjahr

Rückentext

Als sein Bruder Fred (Apanatschka) spurlos verschwindet und ein skrupelloser Geschäftspartner ihn um sein gesamtes Vermögen betrügt, sieht sich Old Surehand gezwungen, das beschauliche Leben auf seiner Pferderanch im Montana hinter sich zu lassen. Gemeinsam mit einem alten Freund begibt er sich auf die Suche nach den Verantwortlichen. Doch vieles bleibt im Unklaren. Welche Verbindung besteht zwischen einem rätselhaften kanadischen Geschäftsmann und den Ereignissen= Und wer ist der unheimliche Fremde, der offenbar eine alte Rechnung begleichen will? Old Surehand folgt der Spur entlang des Klondike Trail, einer Überlandroute zu den legendären Goldfeldern im Norden Kanadas. Am Sklavensee, tief in der Wildnis, muss er sich schließlich den Schatten seiner Vergangenheit stellen.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
8,0
Aufmachung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
8,3

Mit Christoph Biedermann hat der Karl May Verlag einen neuen Autor, der Mays Welten und Helden aufgreift, um neue Geschichten zu ergänzen. Dies gelingt Biedermann recht ansprechend. Geliefert wird das Buch im typischen Gewand der Gesammelten Werke mit einem Bild von Paul Fleming auf dem Deckel.
 
Das auf 320 Seiten verfasste Buch setzt sich mit Leo Bender, alias Old Surehand auseinander. Der Prolog ist zeitlich im Jahr 1868 angelegt, die weitere Handlung startet dreißig Jahre später. Leo Bender will einen Termin zum Verkauf seiner Ranch wahrnehmen, die er gemeinsam mit seinem Bruder und einem weiteren Geschäftspartner besitzt. Aufgrund seines Alters will er die Pferdezucht aufgeben, hat schon Schritte für den Ausstieg ergriffen. Als er das Anwaltsbüro aufsucht, wird er mit der Information überrumpelt, dass die Transaktion bereits zwei Tage zuvor ohne ihn erfolgt ist, da nur zwei von drei Unterschriften reichten. Der Geschäftspartner und Anwalt ist nicht mehr vor Ort, angeblich verreist. Auch sein Bruder ist verschwunden. Beim Besuch auf der Bank wird Leo Bender eröffnet, dass der für den Verkauf ausgestellte Wechsel, den sein Bruder einreichen wollte, eine Fälschung ist. Nun beginnt die eigentliche Jagd. 
 
Schritt für Schritt baut Biedermann seinen Old Surehand-Roman auf und stellt dabei durch Fußnoten belegte Bezüge zu Karl Mays Werk her. Mit weiteren Fußnoten werden im Roman beschriebene historische Sachbezüge näher erklärt, die die Rahmenhandlung authentisch werden lassen. In 14 Kapiteln nähert sich Old Surehand nach und nach des Rätsels Lösung, wobei die Figur Old Surehand erst im fünften Kapitel wieder zum Tragen kommt, zuvor handelt dieser noch als Pferdezüchter Leo Bender und hat sich von seiner ursprünglichen Zeit als Westmann zurückgezogen. Nun, von den Umständen gezwungen, verwandelt er sich sozusagen zurück in eben diesen Westmann.
 
Biedermanns Wahl des Gefährten, den er Old Surehand zur Seite stellt, ist gelungen, da er die Figur aus der Vergangenheit, die sich ebenfalls weiterentwickelt hat, passend darstellt. Ich möchte hier nicht verraten, wer es ist, da der Rückentext dies auch bewusst offen lässt.
 
Insgesamt erweist sich der Roman als gelungene Fortsetzung der Ereignisse um Old Surehand, der im fortgeschrittenen Alter noch einmal gefordert wird. Hier fühlte ich mich an das schon im Hörspiegel besprochene Buch „Old Firehands letzter Kampf“ von Friedhelm Schneidewind erinnert, der ebenfalls den gealterten Helden ins Abenteuer schickte.

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