Im Reiche des silbernen Löwen

Im Reiche des silbernen Löwen Neu

Michael Brinkschulte   01. November 2026  
Im Reiche des silbernen Löwen

Hörbuch

Untertitel
Die Schatten des Ahriman I
Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
MP3-CD
Anzahl Medien
1

Rückentext

Im Fieberland Basra beginnt die Handlung, die zur Schilderung einer großen inneren und äußeren Krise wird. Überall lauert das Verderben, und nur mit knapper Not entrinnt der Held dem Tod, als in einem verzweifelten Entschluss der ‚Sprung über die Vergangenheit’ gewagt wird. Das Tal der Dschamikun, ein unberührtes Land voller Geheimnisse, soll den beiden Freunden Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar die Genesung bringen.
 
IM REICHE DES SILBERNEN LÖWEN - Band 28 der Gesammelten Werke, gelesen von Jean-Marc Birkholz, ist der erste Teil eines Doppelbandes. Wie es weitergeht, erfährt man im Band 29 DAS VERSTEINERTE GEBET, ebenfalls gelesen von Jean-Marc Birkholz.
 
Ungekürztes Hörbuch! Spieldauer über 18 Stunden!

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
8,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
10,0
Aufmachung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
9,3

Wie ist das Hörbuch umgesetzt?
 
Als Sprecher ist diesmal Jean-Marc Birkholz zu hören, der seine Verbindung mit Karl May auch als Darsteller des Winnetou bei den Karl May Festspielen im sauerländischen Elspe hat. Mit seiner flexiblen Stimme, die er mit gezielter Betonung und markantem Stimmspiel einsetzt, um einzelne Charaktere deutlich herauszustellen, setzt er markante Akzente und greift damit die Stimmungen des Buches bestens auf.
 
Auf einer MP3-CD im Digipack ist die Lesung untergebracht. Das Cover zeigt direkt, dass es sich um eine Handlung im Orient handelt. Das Booklet zum Hörbuch, das im Digipack eingesteckt ist, bietet zunächst einleitende Informationen zur Entstehung des Textes und zu Karl Mays Schaffen nach seiner Orientreise. Darauf folgt die Aufstellung der Tracks/Kapitel des in drei Teile „Im Fieberland“, „Am Tode“ und „Das ‚Hohe Haus‘“ untergliederten Buches. Die einzelnen Kapitel wurden wieder in bis zu vier Teile auf Tracks aufgeteilt, sodass insgesamt 33 Tracks bei zwölf Kapiteln zu Buche schlagen.
 
Im weiteren Booklet sind die Aufstellung der gesammelten Werte, der bisher erschienenen Hörbücher sowie Angaben zu Sprecher Jean-Marc Birkholz und Karl May selbst nachzulesen.
 
 
Resümee:
 
Mit einem größeren zeitlichen Abstand setzte Karl May nach seiner Orientreise seine Erzählungen um Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar fort und änderte dabei deutlich seinen Schreibstil. Daher erweist es sich als richtige Wahl des Karl-May-Verlages die Besetzung des vortragenden Sprechers von Heiko Grauel zu Jean-Marc Birkholz vorzunehmen, der auch den Folgeband lesen wird. So wird der Kontrast des Stilwechsels auch stimmlich gut aufgefangen.
 
Inhaltlich knüpft die Handlung lose an den vorherigen Abenteuern „Bei den Trümmern von Babylon“ an. Nach einem überraschenden, leider viel zu kurzen, Wiedersehen mit einem alten Weggefährten namens Lord David Lindsay, mit dem die beiden Gefährten eigentlich eine gemeinsame Wegstrecke zurücklegen wollen, ergibt es sich anders und sie müssen allein weiter. Konfrontationen mit auf dem Weg angetroffenen Gruppen erweisen sich als Start in ein neues Abenteuer, das sich allerdings zu einem dramatischen Akt entwickelt. Hierauf deuten Halefs Fragen hin, der seinen Freund Kara Ben Nemsi zum Thema Tod befragt. Dass es sich um einen Vorboten einer schweren Krankheit handelt, die der Rückentext schon mit dem „Fieberland“ andeutet, wird bald zur Gewissheit.
Unerwartete Hilfe bringt im weiteren Verlauf Begegnungen mit unterschiedlichsten Charakteren, die die Handlung klar dominieren. Mit in das Geschehen greifen auch Hadschi Halef Omras Sohn und Ehefrau ein. Ersterer übernimmt hier eine besondere Rolle und zeigt charakterliche Stärke.
 
Im gesamten Verlauf der Handlung setzt Karl May sehr stark auf philosophische und Glaubensbezüge. Zudem bedient sich der Autor einer komplexen Bildsprache, die das Abenteuer stilistisch, im Gegensatz zu den vorherigen Abenteuern „Bei den Trümmern von Babylon“ in eine gänzlich andere Richtung bewegt.
 
Alles zusammen endet in einem Finale mit offenem Ende, das eine Fortsetzung in „Das versteinerte Gebet“ zwingend erforderlich macht. 
 
An die Änderung des Schreibstils muss man sich erst etwas gewöhnen, doch dies fällt durch den veränderten Sprecher leicht, der ja auch schon die stilistisch ähnlichen aus dem Spätwerk stammenden Bände „Ardistan“ und „Der Mir von Dschinnistan“ gelesen hat. 

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