Death at Morning House Neu
Michael Brinkschulte
02. Januar 2026
Buch-Tipp
Autor(en)
Anzahl Seiten
400
Verlag
Erscheinungsjahr
Internetlink
Rückentext
Ich glaube, dieser Tod in Morning House war ein Mord.
Nachdem Marlowe wegen einer explodierenden Kerze aus Versehen das Haus ihrer Nachbarn niederbrennt und zum Gespött der Stadt wird, nimmt sie einen Ferienjob auf einer abgelegenen Insel an. Gemeinsam mit einer Gruppe anderer Teenager soll sie Führungen durch eine alte verfallene Villa anbieten. Doch die Idylle bleibt nicht lange so sonnig, denn schon bald wirft die Vergangenheit einen düsteren Schatten über die Insel. In den Dreißigerjahren hat dort ein Arzt mit seinen Adoptivkindern gelebt, bis sie nach einer Tragödie das Anwesen verlassen haben und nie zurückgekehrt sind. Zunehmend vermischt sich Früher mit Heute, Spekulation mit Verdacht – und die tödlichen Gefahren der Insel sind keineswegs Geschichte.
Hörspiegel-Meinung
Michael Brinkschulte
Story/Inhalt
7,0
Atmosphäre
9,0
Aufmachung
9,0
Gesamtwertung
8,3
Es gibt Bücher, die scheinen auf den ersten Blick interessant. Ausgehend von Coverbild, Rückentext und der Karte von Ralston Island, auf dem Morning House liegt, sowie der Einleitung mit einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1932 zur Familie Ralston, war ich gespannt. In den ersten Kapiteln, aus der Perspektive der Protagonistin Marlowe Wexler geschrieben, fand ich dann meine Herausforderung das Buch überhaupt weiter zu lesen. Das lag nicht an der Liebesgeschichte zwischen Marlowe und ihrer Freundin Akilah, die ich hinsichtlich der Gefühlswelt gelungen beschrieben fand. Woran lag es also? Es war nicht die jugendliche Sprache, vielmehr kam der Eindruck auf, dass hier seitens der Autorin ein Buch gezielt auf eine queere Thematik getrimmt wurde, um die Verkaufszahlen zu erhöhen, u.a. die überzogene Umschreibung von "Mx. Gibson, dier Geschichte unterrichtete. Sier saß ...)(Seite 30). Zudem kam bei mir die Frage auf, warum die Übersetzerin fortlaufend englische Begriffe, für die es eine deutschsprachige Entsprechung gibt, nicht übersetzte sondern den englischen Begriff einfach stehen ließ.
Zum Glück habe ich mich gezwungen weiter zu lesen, denn mit der Zeit wurden die englischen Begriffe weniger oder ich hatte mich schlicht dran gewöhnt. Zudem entwickelt dieses Buch einen rasanten Spannungsbogen, der sich bis zum Ende hin durchzieht. Mord, Intrigen, Drogen, eine Insel mit einem seit langem leer stehenden Haus einer Familie, deren Familienoberhaupt sich mit der Eugenik verschrieben hat. Und mitten drin Marlowe, die mit ihren Gefühlen beschäftigt ist.
Die Handlung beschreitet auf zwei bzw. zum Ende hin sogar drei Zeitebenen einen wendungsreichen und in Teilen auch emotionalen Weg, der bis zum Ende hin fesselt. Unter dem Rückentext findet sich ein Zitat von Booklist, in dem das Buch als "Spannend, intelligent umgesetzt und urkomisch" bewertet wird. Bei Spannung und der Umsetzung bin ich einverstanden. Es gibt auch vereinzelt komische Elemente im Buch, diesen Plot allerdings mit "urkomisch" zu bewerben schürt bei mir Unverständnis, da es der Thematik nicht gerecht wird.



