Das Gute an der Mafia ist, dass sie sich gegenseitig umlegen - Neue Aufsätze neapolitanischer Kinder

Das Gute an der Mafia ist, dass sie sich gegenseitig umlegen - Neue Aufsätze neapolitanischer Kinder Hot

Michael Brinkschulte   01. Dezember 2013  
Das Gute an der Mafia ist, dass sie sich gegenseitig umlegen - Neue Aufsätze neapolitanischer Kinder

Buch-Tipp

Anzahl Seiten
117
Verlag
Erscheinungsjahr

Rückentext

„In die Camorra kommt man leicht rein, aber schwer wieder raus.“

„In Neapel gibt es so viele arbeitslose Erwachsene, dass sie sogar Kinderarbeit übernehmen würden.“

„Nur im Paradies ist man glücklich. Auf Erden muss man bluten.“

Jeden Tag erleben die Kinder in Neapel, wie die Camorra ihr Leben und die Stadt dominiert: Menschen werden auf offener Straße erschossen, Dealer stehe an jeder Ecke, Kinder verrichten Schwarzarbeit, satt zur Schule zu gehen. Und damit nicht genug: Der Müll türmt sich in den Gassen, und die Arbeitslosigkeit treibt viele Familien in die Arme von Wucherern. Doch die Kinder lassen sich nicht unterkriegen. Ermuntert vom jungen Anti-Camorra-Pfarrer Don Luigi Merola und dem Lehrer Marcello D´Orta erzählen sie von ihrem Alltag und ihren Erfahrungen mit der Mafia, von ihren Hoffnungen und Träumen. Ihre Texte zu den drastischen Zuständen in ihrer Stadt verblüffen und berühren umso mehr, als sie so authentisch und fröhlich daherkommen.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
9,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,7

Auf 117 Seiten kommen Kinder zu Wort, die sich zu bestimmten Fragen rund um die Camorra, ihre Stadt Neapel und das Leben äußern. Eingeleitet durch Vorworte der Herausgeber mit Blick auf die Ursprünge dieser Texte, findet der Leser eine Sammlung von intensiven Textauszügen, die den Blick der Kinder von Neapel auf ihre Umwelt verdeutlicht.
Trotz der bedrückenden Umgebung aus Mord, Korruption, Schutzgelderpressung und vielem mehr, scheinen die Kinder und Jugendlichen die Hoffnung nicht verloren zu haben, was auch an der Initiative der Herausgeber dieser Sammlung Don Luigi Merola und Marcello D´Orta liegt, deren Handeln auch von den jungen Autoren aufgegriffen wird.

Ein intensives aus dem Leben gegriffenes Buch, das Kritik aus Kindermund transparent macht.

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