Ein Ort, der bleibt

Ein Ort, der bleibt Neu

Christine Rubel   28. Juni 2026  
Ein Ort, der bleibt

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1

Rückentext

Drei Frauen, drei Generationen - ein Garten am Meer

«Ein Roman, der kunstvoll die Vergangenheit lebendig werden lässt und dabei hochaktuell ist. Sandra Lüpkes erzählt mitreißend menschliche Schicksale, ganz nah und tief bewegend.» Carsten Henn, Autor von Der Buchspazierer

Magdas Leben verändert sich mit einem Schlag: Ihr Mann Alfred, Botaniker in Münster, verliert 1933 seine Professorenstelle, weil er Jude ist. Als sich die Situation in Deutschland zuspitzt, packt die Familie Heilbronn ihre Koffer. Im fernen Istanbul lockt ein überraschendes Angebot: Republikgründer Atatürk will die Universitäten des Landes modernisieren, und am Bosporus soll ein prächtiger Botanischer Garten mit Pflanzen aus aller Welt entstehen. Also verstaut Magda im Gepäck auch Samen aus der westfälischen Heimat. Aber wird sie selbst in der Fremde neue Wurzeln schlagen?
Wenige Jahre später ist der Garten in der Altstadt von Istanbul ein blühender Ort der Wissenschaft. Die talentierte Botanikerin Mehpare kümmert sich als Alfreds Assistentin um Beete und Gewächshäuser. So vieles lässt sich in der Welt sammeln und erforschen – nur Mehpares Gefühle bleiben unentdecktes Terrain. Bis sie nach einem tragischen Unglück den Boden unter den Füßen verliert.
Jahrzehnte später verschlägt es die junge Stadtplanerin Imke nach Istanbul. Sie soll eine Studie zur Zukunft des Botanischen Gartens erstellen – und damit über das Schicksal dieses besonderen Ortes mitentscheiden. Doch sie ahnt nicht, dass sie dazu selbst aus dem Schatten treten muss.

Ein Roman über Vergänglichkeit, Neubeginn und Hoffnung. Und darüber, was es heißt, in der Fremde Wurzeln zu schlagen.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
7,0
Sprecher 
 
10,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
8,3

Die Wissenschaft der Botanik steht neben den drei Hauptfiguren Magda, Mehpare und Imke im Vordergrund. Sie ist der Grund, warum der jüdischstämmige Alfred Heilbronn 1933 seinen Lehrstuhl in Münster verlor und die Einladung in die Türkei annahm, dort einen botanischen Garten inmitten von Istanbul anzulegen. Seine Ehefrau Magda reiste mit den beiden Kindern nach, wurde dort aber nie richtig heimisch, auch wenn zahlreiche deutsche Wissenschaftler ebenfalls dort Asyl fanden. Mehpare kennt den Ort gut, an dem der Garten entstehen soll. Sie ist dort zur Schule gegangen und sie war eine der ersten Botanikerinnen, die ihren Doktor gemacht gemacht haben. Sie steht den Heilbronns zur Seite. Imke soll knapp 100 Jahre später den vernachlässigten Garten und das ehemalige botanische Institut begutachten. Soll der Garten erhalten bleiben, oder einer Bebauung zum Opfer fallen? Sie erforscht die Vergangenheit, gräbt Bilder und Dokumente aus, erforscht Gebäude, Geschichte und Park.

Die Figuren haben einen realen Hintergrund, ebenso wie der Park. Eine gut recherchierte Geschichte, keine Frage. Erzählt wird auf drei Ebenen, Magda steht für Vertreibung und Emigration, bespitzelt werden und die Grauen des zweiten Weltkriegs. Aber auch für ihre Liebe zur Familie, für die sie alles tut. Mehpare ist jung und ehrgeizig, sie ist Wissenschaftlerin durch und durch, steht für ein modernes Frauenbild. Sie mochte ich am liebsten. Dagegen passte Imke nicht so richtig in die Geschichte hinein. Sie ist wankelmütig, hat sich noch nicht gefunden und trifft keine Entscheidungen. 

Fazit: Historischer Hintergrund mit Judenverfolgung, einem großen Anteil an gut erklärter Botanik, die Türkei im Umgang mit jüdischen Immigranten und einem Frauenbild, welches sich gewandelt hat. Gabriele Blum liest ganz hervorragend und gibt allen ihre eigene Stimme.
Ich hätte mir ein Ende gewünscht, das dem Titel gerecht wird.

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