Madeleine Peyroux meldet sich mit neuem Album „Bare Bones“ zurück

Madeleine Peyroux meldet sich mit neuem Album „Bare Bones“ zurück Hot

Kai Manke (networking Media)   02. März 2009  
Madeleine Peyroux meldet sich mit neuem Album „Bare Bones“ zurück

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Die erfolgreiche US-Vocalistin reduziert auf ihrem neuen Album das Leben auf „das Wesentliche“ und stellt „Bare Bones“ live vor.

Sie fahren einem in die Knochen, die Krisenmeldungen, die Hiobsbotschaften aus Zeitung, Fernsehen und Radio. Wie soll man eigentlich noch damit umgehen?
Schafft man es, die Krise als Chance zu nehmen, sich in Gleichmut zu üben?
Die Jazzlady Madeleine Peyroux ist keine Buddhistin, wie etwa Herbie Hancock oder Wayne Shorter. Aber Peyroux ließ sich zu ihrem neuen Album „Bare Bones“ (englisch für ’das Wesentliche’) vom Buch einer buddhistischen Nonne namens Pema Chondra inspirieren, „When Things Fall Apart“, einer Bestandsaufnahme menschlichen Verhaltens. Unmissverständlich fordert Chondra dort dazu auf, die Dinge so anzunehmen wie sie sind.
Sich dagegen zu wehren und ständig zu hoffen, etwas möge sich möglichst schnell wieder ändern – bessern natürlich - mache alles nur schlimmer, so die Autorin. Dann fragt Chondra: „Können wir zurück zu den ’blanken Knochen’ kommen? Zum Anfang vom Anfang und uns dort entspannen, anstatt ewig vor der Tatsache, dass alles vergänglich ist, wegzulaufen?“

Madeleine Peyroux muss eigentlich vor nichts weglaufen. In ihrem Erfolg als Sängerin hat es in vielen Jahren noch keine Anzeichen auf Vergänglichkeit gegeben. Die letzten beiden CDs „Careless Love“ und „Half The Perfect World“ verkauften sich rund um die Welt Hunderttausendfach und begeisterten die Kritiker. Dank ihrer sinnlichen, beeindruckenden Stimme deklarierte man sie als Reinkarnation von Billie Holiday. Wie dem auch sei, tief beeindruckt hat sie dieses Buch, sagt die immer wieder aus den allzu offensichtlichen Schemen ausbrechende Chanteuse.

Das Bild der blanken Knochen darin als Symbol der Vergänglichkeit, nicht erschreckend sondern voll kluger Erkenntnis, weckte in der ehemaligen Straßenmusikerin die Erinnerung an den Tod ihres Vaters vor ein paar Jahren. „Ich habe definitiv an meinen Vater gedacht, als ich den Titelsong schrieb“, erklärt sie. Als Peyroux sechs war, schmiss ihr Vater seinen Job als Dozent an der Universität hin und zog mit der Familie nach Brooklyn, wo er Schauspieler werden wollte. Hinüber war die Kindheit im beschaulichen Georgia. Peyroux hörte damals lieber seine Platten (alles zwischen Hank Williams und Ravel) als im Radio Madonna und Michael Jackson. Heute beschreibt die brünette Sängerin ihren Vater zärtlich als „Hippie“. Er brachte ihr bei, wie man eine Woche lang mit 10 Dollars auskommt. Später lebte sie länger ohne festen Wohnsitz und erinnert sich heute daran im Song „Homeless Happiness“ vom neuen Album. Madeleine Peyroux ist immer noch ein Folkjazz-Tramp, die Enkelin im Geiste von Bob Dylan, Odetta und, ja, Billie Holiday.

Auch auf „Bare Bones“ hat sie diese spannende Ausstrahlung zwischen Rucksack-Reisender, kompromissloser Wahrheitssucherin und formidabler Interpretin. Zur Seite standen ihr dabei Walter Becker von Steely Dan, die Westcoast-Folk-Legende David Batteau, ebenso Joe Henry (er produzierte das Album „River In Reverse“ von Elvis Costello und Allen Toussaint) und Larry Klein, der die wichtigsten Alben von Joni Mitchell produziert hat oder das letzte von Tracy Chapman. Studio-Magie entstand dank Schlagzeuger Vinnie Colaiuta, Organist Larry Goldings oder Gitarrist Dean Parks.
Neu ist, dass Peyroux sich ihr viertes Album regelrecht aus den Knochen heraus schnitzte, während ihre letzten vorwiegend aus Fremdkompositionen bestanden. Larry Klein, ihr Produzent seit Peyroux´grandiosem Durchbruch mit „Careless Love“, ermutigte sie dazu, selbst zu schreiben, anstatt sich immer noch die Worte anderer anzueignen, etwa die Leonard Cohens – Zen-Buddhist und Eigenbrötler; wie Peyroux verschwand auch er ab und zu für Jahre in der Versenkung.

Im Studio hätte sie sich gefühlt, als hätte sie auf einem Seil getanzt, ohne Netz. Ihr Coming-Out als veritable Songschreiberin sei eine ganz neue Erfahrung für sie gewesen, sagt Peyroux. Fast schon als habe sie noch einmal ihre erste Platte aufgenommen. Als wenn man morgens die Jalousie am Fenster hochzieht und die Sonne scheint ins Zimmer. „Ich bin umgeben von schönen Sounds, von wirklich ehrlichen Musikern, wirklich echtem Spielen“, sagt die 34jährige.
Schöner und ehrlicher als auf dem vorletzten Song des Albums, „I Must Be Saved“ kann man sich Madeleine Peyroux kaum vorstellen. Dort singt sie über den Aufwand, den wir betreiben, damit wir bloß nichts verlieren, um dann festzustellen, dass es uns sowieso verloren geht. „Du kannst alles verlieren: den Hausschlüssel, den Knopf an der Bluse, deine üblichen Sprüche, deine Hoffnung“, singt Madeleine Peyroux, „aber wenn ich in Deinen Gedanken verloren gehe, dann muss ich gerettet werden.“


http://www.madeleinepeyroux.de
http://www.myspace.com/officialmadeleinepeyroux


Madeleine Peyroux – Live in Concert

11.05.09 Köln - Philharmonie (im Vorprogramm von Till Brönner)
12.05.09 Hamburg - Grünspan
13.05.09 Berlin – Postbahnhof

Internetlink

http://www.madeleinepeyroux.de

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