Black*out Hot

Nico Steckelberg   08. November 2010  
Black*out

Hörbuch

Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
6

Rückentext

Christopher ist auf der Flucht. Gemeinsam mit der gleichaltrigen Serenity ist er unterwegs in der Wüste Nevadas. Irgendwo dort draußen muss Serenitys Vater leben, der Visionär und Vordenker Jeremiah Jones, der sämtlicher Technik abgeschworen hat, nachdem er erkennen musste, welche Gefahren die weltweite Vernetzung mit sich bringen kann. Doch eine Flucht vor der Technik ist das heute überhaupt möglich? Serenity ahnt bald, auf was und vor allem auf wen sie sich eingelassen hat. Denn der schwer durchschaubare Christopher ist nicht irgendjemand. Christopher hat einst den berühmtesten Hack der Geschichte getätigt. Und nun ist er im Besitz eines Geheimnisses, das dramatischer nicht sein könnte: Die Tage der Menschheit, wie wir sie kennen, sind gezählt.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
8,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
10,0
Aufmachung 
 
5,0
Gesamtwertung 
 
7,8

Man nehme bewährte Elemente aus der Matrix-Trilogie und John Christophers „The Tripods“, vermische sie mit den Borg aus Star Trek, dem Film „War Games“ und Andreas Eschbachs ureigener Phobie vor der Blauäugigkeit der Massen gegenüber den scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten der Technik.

Nachdem Eschbach in seinem letzten Roman „Ein König für Deutschland“ unserem Land durch gewitzten Wahlbetrug die Monarchie wiedergebracht hat, startet er in seiner neuen Jugendreihe um den Hacker „Computer Kid“, der eigentlich Christopher heißt. Christopher hat es geschafft, jeden Menschen auf der Welt, der ein Konto besitzt, reich zu machen. Und damit die Weltwirtschaft in eine große Krise gerissen. Ein Spezialist mit Potenzial also.

Christopher lebt in einer Zeit, in der ein bedeutender technischer Durchbruch stattgefunden hat: Brain Computer Interfaces sind marktfähig geworden, und erstmals gelingt es Menschen, sich nicht nur via Gedanken über UMTS mit dem Internet zu verbinden, sondern sie suchen neue Mitglieder für ihr Netzwerk. Die so genannten „Upgrader“ denken und handeln ohne Barriere, sie sind ein Kollektiv. Sie nennen sich selbst die „Kohärenz“, und diese will wachsen, immer mehr Mitglieder bekommen.

Nachdem seine Eltern „assimiliert“ wurden (dieser Begriff wird streng von Eschbach vermieden), soll nun auch Christopher Teil der Kohärenz werden. Doch sein Chip ist defekt, und so gelingt ihm die Flucht. Aber er hat durch seinen Chip unglaubliche Möglichkeiten, kann mittels seiner Gedanken Hubschrauber zum Absturz bringen und Computerviren auf ihren Weg in fremde Netze schicken.

Nun ist es an ihm und seinen Freunden, die Menschheit vor der Kohärenz zu schützen. Doch wie? Die Gemeinschaft kontrolliert bereits viele wichtige Schaltzentralen der Information und Macht.

Wie bereits in der Einleitung gesagt erinnert mich „Black*out“ sehr an die Matrix. Die Mitglieder der Kohärenz erinnern einfach enorm an „Agent Smith“ & Co., aber auch an die BORG, die ein ähnliches Kollektiv- und Akquisitionsverhalten an den Tag legten. Und die Veränderung der Persönlichkeit nach Einsetzen des Chips erinnert an die „Weihe“ aus John Christophers „Die dreibeinigen Monster“. (Ist der Name des Protagonisten vielleicht eine Hommage an den bekannten Schriftsteller?)

Dennoch schafft Eschbach es, dass sein Roman nicht wie ein billiger Abklatsch wirkt. Die Geschichte ist interessant, und insbesondere Eschbachs „Gabe“, Was-Wäre-Wenn-Situationen bis ins kleinste Detail zu analysieren, reizt den Hörer ungemein.

Gelesen wird das Hörbuch von „Stimmenmorpher“ Stefan Kaminski. Er hält sich bei „Black*out“ im Zaum, das verschafft dem Jugendhörbuch einen vergleichsweise erwachsenen Charakter. Die unterschiedlichen Stimmungen und Charaktere interpretiert er prima.

Der Auftakt zur neuen Jugendreihe des deutschen Science-Fiction-Erfolgsautoren Andreas Eschbach ist gelungen. Viele Elemente sind „geliehen“, aber Eschbach macht aus allem eine eigene, homogene Geschichte.

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