Mütter, Väter, Männer, Klassenkämpfe

Mütter, Väter, Männer, Klassenkämpfe Hot

Ecke Buck   06. Juni 2022  
Mütter, Väter, Männer, Klassenkämpfe

Hörbuch

Untertitel
Über das Private
Autor(en) oder Hrsg.
Verlag
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
4

Rückentext

"Ich hatte es ja schon in meiner Kindheit geahnt, dass die Tatsache, eine Frau zu sein, mit ununterbrochenen Demütigungen einhergehen würde. Aber dass es so weit gehen würde ..."
 
In ihrem ersten Erinnerungsbuch Vater. Mutter Kind. Kriegserklärungen. erzählt Margit Schreiner von der siebenjährigen Margit, die sich ein Dackelmädchen namens Bella erfindet, das nie von ihrer Seite weicht (das Hörbuch ist auch im derDiwan Hörbuchverlag erschienen). In Mütter, Väter, Männer, Klassenkämpfe besetzt ein paar Jahre später ein Maharadscha ihre Fantasien, während das Mädchen ihm als Panther zu Füßen liegt. Doch auch diese wunderbare Zeit endete irgendwann, "und ich saß an meinem Schreibtisch und löste Rechenaufgaben".
 
Aus der Entfernung des siebten Lebensjahrzehnts beobachtet und beschreibt Margit Schreiner lakonisch und mit viel Empathie das Mädchen, das sie einmal war: das aufs Gymnasium geht, neue Freunde findet, sich politisiert, erste Erfahrungen mit der Sexualität macht und schließlich die Schule beendet.
 
Auch für dieses Buch gilt, was Anton Thuswaldner in Literatur und Kritik feststellte: "Schreiner ist die Aufmüpfigkeitskönigin der österreichischen Literatur." Gespannt erwartet man nach der Lektüre die Fortsetzung des immer turbulenter werdenden Lebens.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
7,0
Sprecher 
 
8,0
Aufmachung 
 
7,0
Gesamtwertung 
 
7,3

Weiter geht es im Rückblick der Margit Schreiner, die im zweiten Buch der Rückblicke wieder "Über das Private" schreibt und nun auf die Zeit der Pubertät blickt. Wieder geht die Selbstreflexion der Autorin vielschichtig und fantasiegeprägt voran. Die fantastische Auseinandersetzung mit dem Maharadscha, dem Palast, und vielem mehr, stellt den Start dar, um daraufhin aus der kindlichen Fantasiewelt in die konkretere eigene Entwicklung einzutauchen.
Die elterliche Liebe wird hinterfragt, der Maharadscha wird begraben und weiter geht es in die Auseinandersetzung mit Lexika, Unterrichtsstoff und mehr bis die Mutter sie in der Küche mit den Worten "Jetzt bist du eine Frau!" begrüßt, als sie ihre Tage bekommt.
 
Das erste Hörbuch konnte mich nicht wirklich packen, doch mit dem zweiten Band entwickelt sich der Rückblick auf die eigene Jugend deutlich interessanter und bietet humorvolle Beschreibungen. 

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