Hape Kerkeling /
"Ein Mann, ein Fjord"

© 2007 tacheles! / Roof Music
Rückentext:
Norbert Krabbe aus Wanne, arbeitsloser Bürokaufmann und leidenschaftlicher Preisausschreiben-Teilnehmer, gewinnt einen Fjord auf den Lofoten. Aber wie kommt man bloß nach Norwegen - zum „Norbert-Krabbe-Fjord“ samt eigener Blockhütte – wenn man pleite ist und einem schon beim S-Bahn fahren schlecht wird? Was Norbert an Geld fehlt, macht er durch originelle Ideen wett: Getarnt als Putzkolonne, schlägt er sich mit seiner Tochter per Zug bis Kopenhagen durch, weiter geht’s als Tramper und mit ergaunerten Schiffstickets. Etliche abstruse Begegnungen später, u.a. mit Horst Schlämmer, Uschi Blum und dem stark riechenden Norweger Lars, der die Zukunft anhand eines Hunde-Quartetts voraussagt, erwartet Norbert an seinem Ziel die nächste Überraschung …

Hörspiegel-Meinung (ste):
Nach dem unglaublichen Erfolg von Hape Kerkelings Jakobsweg-Hörbuch "Ich bin dann mal weg", wagt sich der Meister der angenehmen Komik nunmehr wieder auf sein Heimatterrain, eben die Komik. Sein neues Hörbuch heißt "Ein Mann, ein Fjord", und schnell wird dem Hörer bewußt, dass es sich hierbei ebenso gut um das Drehbuch einer deutschen Kinokomödie handeln könnte. Alles ist mit dabei: Eine abgedrehte Familie mit Gewinnspielfaible, in der ausschließlich die Tochter einigermaßen normal und vernünftig zu sein scheint, und viele Zufälle sowie die immer wieder im Handlungsverlauf auftauchenden roten Fäden, die am Ende stets zu einer Einheit zusammenführen.

"Ein Mann, ein Fjord" tritt damit voll in die Fußstapfen von Tommy Jauds Hörbüchern "Vollidiot" und "Resturlaub". Den Unterschied macht die Umsetzung. Während bei Jaud sich Christoph Maria Herbst die Ehre gibt und eine reine Lesung darbietet (eine sehr gute, klar!), präsentiert Hape Kerkeling als einziger Sprecher eine Art Hörspiel. Die Szenen sind mit vereinzelten Geräuschen und Effekten belegt, verschiedene Ebenen gehen ineinander über. Das ist sehr kurzweilig und schön anzuhören. Zumal Kerkeling seinem Imitationsdrang und seiner Stimmvielfalt keine Grenzen setzt. Gut so. Besonders trendig ist natürlich der stetige Gastauftritt von Reporter Horst Schlämmer. Sehr schön.

Das Booklet der Doppel-CD ist sehr informativ. Die Charaktere werden hier einzeln noch mal zum Nachlesen beschrieben.

Alles in allem ist "Ein Mann, ein Fjord" leichte Unterhaltung mit hohem Spaßfaktor. Die Story ist keine wirkliche Nonsense-Fikion, aber realistisch ist sie bewußt natürlich auch nicht. Eben so, wie man sich eine gute Kinokomödie wünscht. Nur als Hörbuch.
 

Hörspiegel-Skala:
1. Story
2. Atmosphäre
3. Sprecher
4. Soundtrack
5. Aufmachung
ENDERGEBNIS (gerundet)
(Nico Steckelberg, © 2007 Der Hörspiegel )