Hörspiegel-Meinung (ste):
Nach dem unglaublichen Erfolg von Hape
Kerkelings Jakobsweg-Hörbuch "Ich bin dann mal weg", wagt sich der
Meister der angenehmen Komik nunmehr wieder auf sein Heimatterrain, eben
die Komik. Sein neues Hörbuch heißt "Ein Mann, ein Fjord", und
schnell wird dem Hörer bewußt, dass es sich hierbei ebenso gut
um das Drehbuch einer deutschen Kinokomödie handeln könnte. Alles
ist mit dabei: Eine abgedrehte Familie mit Gewinnspielfaible, in der ausschließlich
die Tochter einigermaßen normal und vernünftig zu sein scheint,
und viele Zufälle sowie die immer wieder im Handlungsverlauf auftauchenden
roten Fäden, die am Ende stets zu einer Einheit zusammenführen.
"Ein Mann, ein Fjord" tritt damit voll in die Fußstapfen von Tommy Jauds Hörbüchern "Vollidiot" und "Resturlaub". Den Unterschied macht die Umsetzung. Während bei Jaud sich Christoph Maria Herbst die Ehre gibt und eine reine Lesung darbietet (eine sehr gute, klar!), präsentiert Hape Kerkeling als einziger Sprecher eine Art Hörspiel. Die Szenen sind mit vereinzelten Geräuschen und Effekten belegt, verschiedene Ebenen gehen ineinander über. Das ist sehr kurzweilig und schön anzuhören. Zumal Kerkeling seinem Imitationsdrang und seiner Stimmvielfalt keine Grenzen setzt. Gut so. Besonders trendig ist natürlich der stetige Gastauftritt von Reporter Horst Schlämmer. Sehr schön.
Das Booklet der Doppel-CD ist sehr informativ. Die Charaktere werden hier einzeln noch mal zum Nachlesen beschrieben.
Alles in allem ist "Ein Mann, ein Fjord"
leichte Unterhaltung mit hohem Spaßfaktor. Die Story ist keine wirkliche
Nonsense-Fikion, aber realistisch ist sie bewußt natürlich auch
nicht. Eben so, wie man sich eine gute Kinokomödie wünscht. Nur
als Hörbuch.
Hörspiegel-Skala: | |
1. Story | ![]() |
2. Atmosphäre | ![]() |
3. Sprecher | ![]() |
4. Soundtrack | ![]() |
5. Aufmachung | ![]() |
ENDERGEBNIS (gerundet) | ![]() |