Neulich im Lalalumbumbawald: Hätte
Hupfs Bruder Willewalle nicht die ganze Pacht für das Haus verspielt,
wäre diese CD sicher um einiges langweiliger geworden. Denn der Versuch,
Pokerschulden beim Kaumzauberbaum einzutreiben, wird durch dessen hinterhältige
Entführung, massiv unfähige Informanten und
eine zwingende Portion Dramaturgie vereitelt
und entwickelt sich zu einem lebensbedrohlichen Abenteuer für die
Beiden. Auch der Termin für die Pacht rückt immer näher...
Und was haben eigentlich Paula Packtikabel, Mümmelshit das Haschkaninchen,
und ein nackter "Erzähler" mit der Sache zu tun?
Eine akustische Odyssee - jenseits aller Klischees und Hörgewohnheiten.
Hörspiegel-Meinung (akc):
„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“
sagte Nico und drückte mir ein CD-förmiges Päckchen in die
Hand.
Misstrauisch schüttelte ich
es erst eine Weile, mit der leisen Ahnung, dass mit diesem Geschenk bestimmt
auch Arbeit auf mich zukommen würde, und öffnete es endlich.
„Williwalli und… WAS??“ mag ich wohl gesagt haben, als ich den Titel überflog. Da wusste ich noch nicht, dass ich diese Frage bald noch öfter stellen würde, denn während der 77 Minuten des späteren Hörgenusses drängten sich mir keine Worte öfter auf als „WAS??“, und vor allem „HÄ???“
„Wusste ich doch, dass es Dir gefällt“ sagte Nico glücklich und rauschte geschäftig von dannen. Erstaunlicherweise hatte er Recht. Ich schnappte mir zwei meiner Freunde mit ähnlich wirr geschwungenen Hirnwindungen wie meine eigenen, und gemeinsam machten wir uns über das Hörspiel her. Und wir hatten Spaß. Hatten wir Spaß! Unsere Augenbrauen bekamen viel Training, denn wir hoben sie abwechselnd in purer Verwirrung und Amüsement.
Die Story ist im Stil eines großen
Abenteuers verfasst. Zwei wuschelige kleine Geschöpfe mit großem,
buntem
Wortschatz machen sich auf die Suche nach
einem entführten Baum. Ja, einem Baum. Und WAS für einem Baum!
Und während sie den Spuren der sonderbaren Zeugen nachjagen, verfolgt
von einem nackten Erzähler und einer wohl wunderschönen Dame,
passieren ihnen sehr alltägliche Dinge, wie ein Zusammenstoß
mit einem spuckenden Schloss, eine Fahrt über das Meer mit Qual der
Wal und eine Diskussion mit einem allwissenden Felsbrocken (also nichts,
was wir nicht alle schon mal gemacht hätten…). Die Auflösung
des Rätsels lässt lange auf sich warten, doch alles fügt
sich gar wundersam an den richtigen Platz.
Wortspiele waren schon immer, zum großen
Missfallen meines näheren Umfeldes, meine Leidenschaft. Und bei diesem
Werk kam ich voll auf meine Kosten. Ich werde keines zitieren, um Euch
nicht die Überraschung zu nehmen, wenn sie mal wieder ungeahnt in
der Geschichte auftauchen, aber es war wunderschön. Wenn Ihr es mögt,
länger über den Sinn einer Sache nachzugrübeln und nicht
enttäuscht seid, wenn Ihr erkennt, dass es gar keinen gibt, dann seid
Ihr mit Willewalle und seinem Bruder gut bedient. Hört das! Wenn nicht,
seht Euch lieber die anderen Reviews an.
…Langweiler… :-)
Hörspiegel-Skala: | |
1. Story | ![]() |
2. Atmosphäre | ![]() |
3. Sprecher | ![]() |
4. Soundtrack | ![]() |
5. Aufmachung | ![]() |
ENDERGEBNIS (gerundet) | ![]() |